Online-Fortbildung für pädagogische Fachkräfte und deren Berater*innen
Verhaltensweisen bei Kindern, die als aggressiv beschrieben werden fordern das gesamte System heraus – ob im Gruppenalltag der Kita,im Klassenzimmer,Schulbetreuung oder in der Jugendhilfe. Wenn klassische pädagogische Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen, bietet Traumapädagogik einen entscheidenden Perspektivwechsel: Aggression gegenüber sich selbst und andere wird hier nicht als bloße Provokation, sondern als (überlebens-)notwendige Anpassungsleistung und oft verzweifelter Hilferuf verstanden.
In diesem zweitägigen Online-Seminar entschlüsseln wir die „Logik der Aggression“. Sie erhalten spezifische Werkzeuge für Ihren Arbeitsalltag, um in Krisen sicher zu regulieren, klare Grenzen zu setzen und sowohl Kinder als auch deren Bezugspersonen (Eltern/Pflegeeltern) professionell zu begleiten.
Themenmodul 1: Traumatisierte Kinder und Jugendliche verstehen und unterstützen
Kinder und Jugendliche, die durch Misshandlung und Vernachlässigung traumatisiert wurden, zeigen vielfältige Verhaltensauffälligkeiten und Problemlagen. In dem Seminar werden die Grundlagen des traumapädagogisch-diagnostischen Verstehens vorgestellt, mit dem Ziel, die betroffenen jungen Menschen besser zu verstehen und ihren individuellen Weg und ihr Handeln im Sinne des „Konzeptes des guten Grundes“ akzeptieren zu können. Hinweise für eine traumasensible Hilfeplanung runden das Seminar ab.
Themenmodul 2: Transgenerationale Traumaweitergabe – Basiswissen für pädagogische Fachkräfte
Im pädagogischen Alltag begegnen wir immer wieder dem Phänomen der Traumaweitergabe in Familien. Die Bedingung für die Entstehung von Traumaweitergabe stellen unverarbeitete Traumata in den früheren Generationen dar. Sie können emotionale Belastungen bei den betroffenen Kindern verursachen, die sozusagen im Schatten der elterlichen Erlebnisse aufwachsen. Auch Gewalt und Vernachlässigung können von Generation zu Generation weitergegeben werden und zur Kindeswohlgefährdung durch Misshandlung führen. In den betroffenen Familien fühlen sich Fachkräfte oft pädagogisch nicht wirksam, emotional belastet und laufen Gefahr, sich zu verstricken.
Gemeinsam beleuchten wir das Phänomen der Traumaweitergabe und die Möglichkeiten und Grenzen, betroffene Familien zu unterstützen.
Themenmodul 3: Selbstfürsorge in der pädagogischen Arbeit mit Traumatisierten
Der pädagogische Alltag mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen stellt oft eine hohe Belastung für Fachkräfte dar und die professionellen sowie persönlichen Anforderungen sind in diesem Arbeitsbereich hoch und vielfältig. Um den Berufsrisiken Sozialer Arbeit – Burnout und Sekundäre Traumatisierung – vorzubeugen, sind hilfreiche Strategien der Stressbewältigung und Selbstfürsorge nötig.
Die Fortbildung vermittelt Wissengrundlagen zu beiden Berufsrisiken und fokussiert auf die wirksamen Präventionsmöglichkeiten und Selbstfürsorgestrategien im Alltag.
Systemische Traumapädagogik Weiterbildung in Frankfurt am Main (DeGPT / FV TP)
Herausforderndes Verhalten verstehen, Menschen und Systeme stabilisieren und professionell handlungsfähig bleiben: Unsere Weiterbildung in Frankfurt am Main bietet Ihnen eine zertifizierte und fundierte Spezialisierung auf höchstem Niveau.
✅ Bildungsurlaub: Anerkannt nach dem Hessischen Bildungsurlaubsgesetz
Was ist systemische Traumapädagogik?
Die systemische Traumapädagogik ist eine Fachdisziplin, die klassische traumapädagogische Ansätze mit systemischer Haltung und Methodik verbindet. Sie betrachtet Traumafolgen nicht isoliert im Individuum, sondern als biografisch sinnvolle Bewältigungsstrategie innerhalb eines sozialen Gefüges (Familie, Schule, Institution u.a.).
Der Kern: Verhalten wird als „biografisch sinnvolle Antwort“ auf unerträgliche Erlebnisse verstanden.
Das Ziel: Schaffung „Sicherer Orte“, die Förderung von Selbstbemächtigung und die Entlastung der pädagogischen Fachkräfte.
Der Fokus: Ressourcenaktivierung und die Stabilisierung des gesamten Systems, um Korrektur- und Heilungsprozesse zu ermöglichen.
Warum systemisches Arbeiten in der Traumapädagogik so wirksam ist?
Trauma entsteht in Beziehungserfahrungen. Systemisches Arbeiten hilft, herausforderndes Verhalten zu verstehen und Sicherheit zu schaffen. Besonders in der Kinder- und Jugendhilfe, Arbeitsfeldern der psychosozialen Beratung, KiTa und Betreuung erwachsender Menschen mit Traumaerfahrungen bietet die systemische Traumapädagogik Orientierung und professionelle Klarheit.
Trauma entsteht im Kontext
Traumatische Erfahrungen sind fast immer beziehungs- oder kontextbezogen.
Ressourcenorientierung statt Schuldfrage
Der Fokus verschiebt sich von der individuellen Störung hin zur Sinnhaftigkeit des Verhaltens innerhalb eines belastenden Systems.
Sicherheit durch Beziehung
Klare Strukturen, verlässliche Beziehungen und transparente Kommunikation schaffen Sicherheit.
Stärkung der Fachkräfte
Reduziert Ohnmacht, schafft Handlungsspielräume und schützt vor sekundärer Traumatisierung.
Video: Einblick in die Weiterbildung in Frankfurt
Erfahren Sie in diesem Video, warum systemisches Arbeiten in der Traumapädagogik besonders wirksam ist und wie eine qualifizierte Weiterbildung Fachkräfte nachhaltig stärkt:
Inhalte des Videos:
Warum Trauma immer im sozialen System wirkt.
Wie herausforderndes Verhalten besser verstanden wird.
Wie Fachkräfte entlastet und gestärkt werden.
Inhalte und Module der Weiterbildung
Die Weiterbildung erstreckt sich über 15 Monate und umfasst 9 Module sowie ein abschließendes Kolloquium. Ein besonderer Benefit für Fachkräfte: Bausteine der Weiterbildung sind nach dem Hessischen Bildungsurlaubsgesetz anerkannt, sodass Sie Ihre Professionalisierung optimal in Ihren Berufsalltag integrieren können.
Module im Überblick
Grundlagen der Psychotraumatologie, traumapädagogische und systemische Haltung.
Traumata in Kindheit und Jugend & Prinzipien der Traumapädagogik.
Traumabezogene Reinszenierung & Beziehungsdynamik im pädagogischen Alltag
Traumapädagogische Stabilisierung I.
Traumapädagogische Stabilisierung II.
Trauma und Bindung & Transgenerationale Traumaweitergabe.
Traumapädagogische Partizipationskonzepte, Gruppenarbeit & Trauma und Gesellschaft
Kriseninterventionen, Selbstfürsorge und Prävention von Berufsrisiken Burnout und Sekundäre Traumatisierung
Kommunikation und Kooperation im Hilfesystem, Resilienz & postraumatisches Wachstum.
Für wen ist diese Weiterbildung geeignet?
Unsere Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte, die in ihrem Berufsalltag mit traumatisierten Menschen in Berührung kommen und ihre Handlungskompetenz erweitern möchten.
Kinder- & Jugendhilfe: Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen und Mitarbeitende in Wohngruppen oder Jugendämtern.
Bildungswesen: Lehrer*innen, Sonderpädagog*innen und Beratungslehrkräfte.
Beratung & Therapie: Psycholog*innen sowie Kunst-, Musik- und Gestaltungstherapeut*innen.
Frühpädagogik: Fachkräfte aus Kitas, Horten und der Frühförderung.
Hinweis: Andere Berufsgruppen und Interessierte können nach individueller Prüfung der Voraussetzungen teilnehmen.
Abschluss & Zertifizierung
Unsere Weiterbildung ist nach dem Curriculum“Traumapädagogik und traumazentrierte Fachberatung” der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie e.V. (DeGPT) und dem Fachverband Traumapädagogik
(FV TP) zertifiziert. Mit Abschluss der Weiterbildung erhalten Sie das Institutszertifikat „Systemische Traumapädagogin/Systemischer Traumapädagoge“ und bei Erfüllung der Voraussetzungen das Zertifikat „Traumapädagogik / Traumazentrierte Fachberatung mit dem Schwerpunkt Traumapädagogik (DeGPT/FVTP)“.
Was macht diese Weiterbildung Systemische Traumapädagogik eigentlich so wertvoll?
Wenn 19 Menschen sich in einem Jahr auf den Weg machen, ihr fachliches und persönliches Repertoire zu erweitern, komplexes Wissen derPsychotraumatologie zu integrieren in ihre tägliche Arbeit und dabei merken, dass sich in so kurzer Zeit so viel ändert!!!
Traumapädagogik heißt:
unverstehbares Verhalten von Menschen verstehen zukönnen
Eigene Haltung verändern können
Dabei zu merken, wie Vieles plötzlich leichter wird
Eine Gruppe unterstützender Menschen zu haben
Zu erfahren, dass viel mehr geht, als bisher gedacht
Eigene Grenzen anzuerkennen und auf sich selbst acht geben zu können
Zu spüren, wie Klient*innen, Teams und Organisationen merklich profitieren
Und wir Lehrende? –
Sind Begleiterinnen fantastischer Entwicklung und profitieren jedesmal, wenn wir merken:
Zertifikatskurs Kinderschutzfachkraft Blended-Learning: Online & Präsenz für Fachkräfte in Jugendhilfe, Kitas und Schulen. Start nächster Kurs: 21.09.2026.Jetzt anmelden!